Ein Glas Milch pro Tag

01.06.2022

Kleinstrukturiert, gentechnikfrei und mit einem der höchsten Bio-Anteile weltweit: Die österreichische Milchwirtschaft ist in vielerlei Hinsicht speziell, und auch über den Konsum gibt es einiges zu wissen. Zum Tag der Milch am 1. Juni hat der Verein Land schafft Leben spannende Daten und Fakten zusammengefasst.

Sie kommt in Österreich zu weniger als einem Prozent von Schaf und Ziege und zu 99 Prozent von der Kuh: die Milch. Über 76 Liter verbrauchen wir pro Kopf und Jahr im Durchschnitt, das entspricht etwa einem Glas Milch pro Tag. In diese Menge sind Milchprodukte wie Butter und Käse übrigens noch nicht eingerechnet. Bei Butter bringen wir es auf rund 5,3 Kilogramm pro Jahr, bei Käse auf ganze 23 Kilogramm.

Dass dieser Bedarf gedeckt werden kann, dafür sorgen vor allem die etwa 25.900 heimischen Milchviehbetriebe mit ihren durchschnittlich 22 Milchkühen. Die österreichischen Betriebe sind im internationalen Vergleich also kleinstrukturiert. Das hat auch geografische Gründe, denn drei Viertel der heimischen Milchviehbetriebe befinden sich in Berggebieten. Zum Vergleich: In Deutschland leben auf einem Betrieb durchschnittlich 68 Milchkühe. Eine weitere Besonderheit der heimischen Milchwirtschaft ist die seit 2010 vollkommen gentechnikfreie Produktion.

Im Trend: Länger-Frisch und Bio

Während die konsumierte Menge in etwa konstant bleibt, zeigen sich bei den unterschiedlichen angebotenen Milchsorten klare Trends. So wird im Lebensmitteleinzelhandel immer mehr Bio-Milch verkauft. Angebot und Nachfrage gehen hier Hand in Hand, denn in Österreich produziert ein Viertel der Milchbetriebe biologisch – das ist so viel wie in keinem anderen Land auf der Welt. Bio-Betriebe müssen sich an die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung und einzelne nationale Bio-Gesetze halten.

Auch der Anteil von Länger-Frisch-Milch steigt, während Frischmilch immer seltener gekauft wird. Die Haltbarkeit von Länger-Frisch-Milch wird durch Hocherhitzen, Mikrofiltration oder Tiefenfiltration auf bis zu 27 Tage verlängert. Das gilt jedoch nur, solange die Milchpackung verschlossen ist. Einmal geöffnet, sollte Milch innerhalb von etwa zwei bis vier Tagen verbraucht werden – egal, ob es sich um Frisch-, Länger-Frisch oder Haltbarmilch handelt.

Heu- und Wiesenmilch: Die Fütterung macht‘s

81 Prozent der in Österreich hergestellten Milch kommt aus konventioneller Produktion. Neben der Haltbarkeit ist auch die Fütterung der Kühe ein Merkmal, anhand dessen Milch unterschieden werden kann. So findet man auf den Verpackungen österreichischer Milch immer häufiger Begriffe wie „Heumilch“ oder „Wiesenmilch“. Kühe, die Heumilch geben, müssen über das Jahr gesehen zumindest zu 75 Prozent mit Raufutter gefüttert werden. Unter Raufutter versteht man trockenes, viele Faserstoffe enthaltendes Futter wie Stroh oder eben Heu. Außerdem darf die Milch nur dann als Heumilch bezeichnet werden, wenn die Kühe vollkommen Silage-frei gefüttert werden.

Mittlerweile macht Heumilch rund 15 Prozent der gesamten in Österreich angelieferten Milch aus – Tendenz steigend. Während es Heumilch aus biologischer und konventioneller Haltung gibt, ist Wiesenmilch derzeit immer Bio-Milch.

 

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